Straßeneinsätze

Auf die Straße, fertig, los…

Arno Backhaus ist kreativer Evangelist und Autor und in Deutschland viel unterwegs zum Thema „Menschen für Jesus gewinnen“. Auf seiner Homepage finden Sie weitere gute Anregungen www.arno-backhaus.de.
Sie können Arno Backhaus auch als Referenten anfragen…

Mutige, differenzierte Christen sind gefragt, die sich wieder in die Öffentlichkeit begeben.
Überlassen wir doch die Straße nicht den obskuren Sekten oder auch der Spezies von Christen, die nur in schwarz-weiß Kategorien denken und reden.

Eine vorwiegend christlich fundierte Weltanschauung gehört bei der Mehrzahl der Bevölkerung heute bereits der Vergangenheit an.
Können wir Christen lernen, mit den Realitäten des Zeitgeistes richtig umzugehen und in einer pluralistischen Gesellschaft auch hin und wieder unkonventionelle Wege zu gehen, „unser Licht leuchten zu lassen“ als Menschen, die eine konkrete Hoffnung haben?
Sind wir so flexibel, dass wir bereit sind, mit Liebe und Phantasie völlig neue Wege einzuschlagen, um den Glauben an Jesus Christus in lebendiger Weise modernen Menschen zugänglich zu machen?
Wie stellen wir es an, den anderen auf die Beine zu helfen, ohne ihnen auf die Zehen zu treten?

Überraschen Sie Passanten und machen Sie sie neugierig.
Reden Sie so, dass Ihr Gegenüber Fragen stellt nach Gott.
Viele Menschen haben heute keine Fragen mehr, ihnen ist Gott egal, er ist ihnen gleichgültig.
Umso mehr sollten wir die anderen herausfordern und provozieren, Fragen nach Gott zu stellen.
Stellen Sie sich als „Büchsenöffner Gottes” zur Verfügung.
Wenn Menschen auf die Suche gehen, haben Sie schon einen wichtigen Schritt erreicht.
Helfen Sie anderen zuerst „zu suchen” bevor Sie helfen „zu finden”.

Übrigens…
Machen Sie sich immer klar, dass Sie auf der Straße, am Stand, auf und neben der Bühne beobachtet werden!

  • Welche Atmosphäre herrscht unter Ihren Mitarbeitern?
  • Welche Art Umgang pflegen Sie miteinander, wie ist Ihre Beziehung zueinander, sind Sie offen?

Laden Sie durch Ihren Umgang auf der Straße schon ein oder stoßen Sie die Leute schon ab?

Ihnen muss klar sein, Sie „reden” schon von weitem, bevor Sie etwas gesagt haben.
Man beobachtet Sie! Sind wir ehrlich und authentisch?
Wir müssen nicht perfekt sein, aber ehrlich! Sind wir wirklich von Jesus begeistert, nicht übertrieben künstlich, sondern fröhlich, ermutigend und einladend, oder spulen wir ein Programm oder ein missionarisches Konzept runter?
Manche Nichtchristen sind sehr sensibel und können schnell hinter unsere Fassade blicken.

Wohin laden wir ein?

Nur in unsere Kirche, Hauskreise, Stadthallen oder auch in unser Herz, in unser Leben? Ist unser wirklicher Umgang so wie unser evangelistisches Programm verspricht oder haben wir mehr im Schaufenster als im Regal?

Seien Sie so fair und empfehlen Sie Passanten auch an andere Gemeinden weiter, die bei Ihrer Aktion vielleicht nicht mitmachen.
Wenn Sie den Eindruck haben, die Person passt in eine andere Gemeinde besser, empfehlen Sie ruhig auch andere Gemeinden.
Es geht ja um den Menschen, dass er Anschluss an Jesus und eine geistliche Heimat bekommt, nicht dass Ihre Gemeinde neue Mitglieder erhält.

Was will ich erreichen?

Bekehrung – Kontakte
Die Straße ist vorwiegend der Ort, an dem wir erste Kontakte knüpfen.
Da geht es nicht in erster Linie   um Bekehrungen. Im Amerikanischen nennt man das „Pre-Evangelism”, d.h. soviel wie Vor-Evangelisation. Deshalb lassen Sie sich nicht entmutigen, legen Sie den Maßstab für Gespräche und Kontakte nicht zu hoch.
Bekehrungen kommen dort vor, wo Gottes Geist dies bewirkt, nicht wo wir das planen. Bleiben Sie in allen Gesprächen unverkrampft und gelassen.

Einladung:
Sie können natürlich Handzettel verteilen und weitergeben, aber der persönliche Kontakt und die Gespräche über Ihre eigenen Erfahrungen mit Gott sind wichtiger als alle „unpersönlichen” Handzettel oder Veranstaltungen.
Die „anonymen” Veranstaltungen wie z.B. ProChrist haben ja gerade das Ziel, persönliche Kontakte zu knüpfen.
Wenn Sie das auf der Straße schon erreichen, umso besser. Laden Sie nach einem Gespräch ein zu ProChrist, um weiterführende Informationen über den christlichen Glauben zu ermöglichen.
Aber nehmen Sie bald wieder zu diesen Personen Kontakt auf.
Belassen Sie es nicht dabei, Menschen irgendwohin eingeladen zu haben!

Mit wem haben wir es zu tun?

Wir sollten uns, bevor wir uns auf die Straße begeben, fragen: Wen wollen oder können wir erreichen? Davon hängt ab, was Sie auf der Straße anbieten, welche Mitarbeiter mitmachen sollten, welche Art Stand Sie betreiben etc.

Je unterschiedlichere Leute Sie erreichen (wollen), desto flexibler sollten die Mitarbeiter sein.
Hier eine kleine Auswahl von Menschen, mit denen Sie auf der Straße rechnen können: Behinderte, Schüler, Antireligiöse, Kaufleute, Wohnungslose, Ausländer, Studenten, Hausfrauen, Freaks, Kinder, scheinbar „harmlose” oder „brave” Leute, die das machen und denken „was man macht oder denkt”, Alkoholiker, Rentner, Muslime, fragende und suchende Menschen, Aggressive, religiös Verletzte, Anhänger von Sekten, psychisch Kranke, Menschen die eine positive Haltung zur Kirche haben, Frömmelnde, Intellektuelle, Menschen die sich gerne von neuen Gedanken, Philosophien überraschen lassen etc.

Aus welcher Kultur kommt mein Gegenüber, was denkt oder glaubt er, welche Maßstäbe sind seine?
Wenn Sie andere wirklich vom Herzen erreichen wollen und nicht nur irgendwohin einladen möchten, dann sollten Sie dem Griechen ein Grieche und dem Juden ein Jude werden oder, wie es ein altes Indianerwort sagt, erstmal eine Weile in seinen Mokassins laufen, d.h. seine Denk- und Lebensweise verstehen und nachvollziehen, was nicht gleichzusetzen ist mit gutheißen.
Sind Sie wirklich fähig und willig, auf alle in unterschiedlicher Form einzugehen?
Wenn nicht, dann konzentrieren Sie sich auf Ihre Zielgruppe.

Elemente auf der Straße

  • Theatergruppe
  • Pantomime
  • Ansprache (max. 3-7 Min.)
  • Interview
  • Sketchboard-Predigt
  • Umfragen bei Passanten
  • Musik: Chor, Solisten, Band, klassische Musik, Kinderchor, Instrumentalgruppen (z.B. Posaunen), Musik vom CD-Player
  • Straßenmalerei

Warum nicht mal ganz andere Motive mit ganz anderen Sprüchen auf das Pflaster bringen?
Beginnen Sie das Ganze mit einem Pflastermalwettbewerb. Jeder, der mitmachen will, trifft sich am Samstag auf dem Parkplatz Ihres Gemeindehauses oder an einer anderen Stelle, die man gut am Boden bemalen kann- glatter, nicht zu rauer Bodenbelag, z.B. Parkhäuser. Wichtig ist, vorher beim Eigentümer um Genehmigung zu fragen. Und dann geht’s los.
Das ist aber noch nicht die eigentliche Aktion, sondern nur die Talentsuche.
Denn aus dem coolen Stand öffentlich etwas malen, das anschließend sehr stümperhaft und peinlich aussieht, hat keinen werbenden, sondern eher einen abstoßenden Effekt.
Jeder besorgt sich bunte Schulkreide. Wichtig: keine Wachskreide verwenden, denn diese hält oft monatelang und das könnte manche nicht so qualifizierten Bilder doch etwas zu lange in das Blickfeld rücken.
Jeder malt also sein Bild, ihr gebt euch gegenseitig Tipps und Hilfen, borgt euch Farben aus und macht eure ersten „Malerfahrungen“ auf der Straße. Danach werden die Bilder mittels einem vorbereiteten Zettel anonym bewertet.
Der oder die besten Maler dürfen dann an einem anderen Tag ihr Bild öffentlich in der Fußgängerzone zum Besten geben.
Gut ist es, einen interessanten, ansprechenden und zum Bild passenden kurzen Text zu Beginn der Malaktionen über das Bild zu schreiben. Stellt keine leere Schachtel auf, denn die Passanten erwarten eigentlich, dass ihr Geld wollt.
Sobald jemand eine Frage stellt, hört ihr auf zu malen und geht auf die Frage ein. Dabei könnt ihr ruhig sitzen bleiben und von der Erde aus mit den Passanten reden.

  • Straßenaktionen z.B. mit diversen Schildern
  • Verteilaktion: Handzettel/Zeitschriften/Blumen mit Einladung verteilen. Schreiben Sie doch mal Ihre eigene Lebensgeschichte auf ein DIN A 4 Blatt, kopieren Sie oben ein Foto von sich mit ein und verteilen Sie diesen Zettel an die Passanten…

Mögliche Schwerpunkte eines Standes
Nur Informationen, 3. Welt-Stand, Losbude, Bücherverkauf

Bieten Sie nicht zu viele Bücher an. Lieber eine kleine Auswahl, die Sie oder Ihre Mitarbeiter gelesen haben und auch persönlich empfehlen können, als wahllos irgendwelche christliche Literatur verkaufen.
Bestimmen Sie die Auswahl, nicht der Verlag von dem Sie die Bücher bekommen. Am ehesten kauft man mal ein (fremdes) Buch für etwa 5 Euro. Bücher über 10 Euro werden Sie wohl nur an Insider verkaufen.
Suchen Sie Bücher heraus mit Themen, die die Passanten ansprechen, z.B. Bücher zum Thema Ehe, Kindererziehung, Persönlichkeit, Suchtproblematik, Tagesthemen (zur Zeit Islam) etc.
Solche Bücher sind bei Passanten mehr gefragt als missionarisch ausgerichtete Bücher. Die können Sie dann später bei einem Zweit- und Drittkontakt anbieten. Auch Kinderbibeln und Kalender werden immer wieder gerne gekauft.

Besondere Aktionen am Stand

  • Vorführungen
  • Cross-Fahrer (z. B. mit Sportler ruft Sportler)
  • Modenschau mit Farb- und Stilberatung
  • Fotoausstellung

Zu einem bestimmten Thema (z.B. Menschen, Gesichter, Kinder, Technik, Natur, Häuser) werden ausgewählte Fotos vergrößert und gerahmt. Gute, witzige, interessante und passende Texte aus der Bibel oder aus anderen Quellen werden dazu herausgesucht.
Jemand, der eine Kunstschrift beherrscht, schreibt die Texte auf pastellfarbenen Plakatkarton, z.B. mit Silberstift.
Diese Fotoausstellung wird Banken, Versicherungen, Sparkassen, Kirchen etc. zur Ausstellung angeboten.
Oder Sie stellen die Fotos auf der Straße aus, gut platziert an Stellwänden. Am Anfang oder Ende Ihrer Ausstellung schreiben Sie einen kleinen Text über den Veranstalter, den Sinn und die Motivation der Ausstellung.

  • Puppentheater
  • Sorgenwand
  • Wie wär’s mal mit einer „Sorgenbude”? Sie bauen eine Bude auf mit Tür und laden dort ein zu einem Gespräch mit einem anschließenden Gebet

Hier sollten nur erfahrene Seelsorger aktiv sein.
Wenig ratsam ist es, außerhalb Mitarbeiter stehen zu haben die einladen, in die Sorgenbude zu gehen. Überlassen Sie das jedem selbst. Vor der Bude steht ein Schild „Wir haben Zeit für Sie!
Hier können Sie Ihre Sorgen nennen und wir beten für Sie. Treten Sie ein. Kostenlos.”
Außen an der Tür hängt ein Schild „Frei – treten Sie ein”, wenn jemand sich zum Gebet in der Bude befindet, drehen Sie das Schild um „Besetzt – warten Sie einen Augenblick”.
Achten Sie darauf, dass man nicht in die Bude reinschauen kann (keine Fenster) und bemühen Sie sich, die Gespräche mit anschließendem Gebet nicht zu lange auszudehnen.

Stellwand

An vorbereiteten Stellwänden bringen Sie weiße Plakatpappe an und hängen an die Stellwand ein Seil mit einem Filzstift. Auf die Plakatwand schreiben Sie als eine Art „Überschrift” einen von den unten angegebenen Satzanfängen. Sie ermutigen die Leute die vorbeigehen, einen angefangenen Gedanken über Gott weiterzuschreiben. Beispiele:
“Jesus ist für mich…
“Gottes Liebe ist wie…
“Ich glaube nicht an Jesus, weil…
“Die Kirche hat…
“Die Christen…
“Der Glaube an Jesus…
“Was ich mir von Gott wünsche…

Wenn Leute diese Sätze weiter schreiben, versuchen Sie herauszubekommen, ob die Leute Lust haben oder bereit und offen sind, mit Ihnen über den Satz zu sprechen oder zu diskutieren.
Nötig ist hier viel Feingefühl:
Zwingen Sie keinem ein Gespräch auf, lassen Sie Passanten auch wieder gehen, egal wie provokativ oder auch aggressiv der Satz lauten mag.

 

  • Clowns
  • Kinderstand: z.B. mit Bastelaktionen, Spielstationen, Gesichter anmalen, Verkleiden und fotografieren
  • Fahrradparcours oder Hindernisfahrt mit ferngelenkten Autos
  • Fußgängerzonen-Gottesdienst
  • Wie wär’s mal mit einem Gottesdienst in der Fußgängerzone? Ein spezielles Thema wird per Presse und Handzettel der Öffentlichkeit mitgeteilt. Anspiel, Musikbeiträge und Interviews zum Glauben lockern das Programm auf. Nach dem Gottesdienst bieten Sie an Stehtischen eine Tasse Kaffee mit Gesprächen an. Jedes Gemeindemitglied bringt zwei Stühle mit, einen für sich selbst und einen für evtl. Gäste.

Egal, was Sie an einem Stand oder auf einer kleinen Bühne vorführen, planen Sie kurze Einheiten (5 bis maximal 10 Minuten) mit langen Gesprächspausen ein (mindestens 30 Minuten).
Die meisten Passanten haben keine Zeit, lange Programme über sich ergehen zu lassen.
Natürlich lässt es sich angenehmer reden, wenn man von freundlichen Mitarbeitern zu einer Tasse Kaffee oder Tee eingeladen wird und man sich dabei setzen kann. Und wenn die Sonne scheint, wären auch Sonnenschirme nicht schlecht.

Anlässe:
Es gibt so viele Anlässe, an denen die Gemeinde einen Stand aufstellen könnte. Überlegen Sie gemeinsam als Team, wie Sie sich dort als Gemeinde mit einbringen können.
Markt
Flohmarkt
Weihnachtsmarkt
Frühjahrsmarkt
Volksfest
Gewerbeschau
Reiterfeste
Autoshow
Stadt/Dorffest

Und nicht vergessen!
Ein gutes Feed-back und ehrliches Nachgespräch mit allen Mitarbeitern, an dem alles Kritische und Positive auf den Tisch kommt, ist unerlässlich für weitere gute Straßeneinsätze.

Weitere Informationen gibt es bei…

E-fun-gelisation
Arno Backhaus
Hauptstr. 13
34379 Calden (bei Kassel)
Email: bauchladen(at)arno-backhaus.de
Internet: www.arno-backhaus.de