„E-fun-gelisation“

Überblick der bekanntesten und beliebtesten Arno-Backhaus-Aktionen…

Im Laufe von 15 Jahren hat Arno Backhaus über 150 unkonventionelle Straßenaktionen entwickelt. Im folgenden Beitrag erfahren Sie mehr über diese kreative Form der Evangelisation:

In ganz unterschiedlicher Form  habe ich Aktionen entwickelt, die Menschen ansprechen, die sonst selten nach dem Glauben fragen und die durch die üblichen Einladeaktionen nicht oder kaum erreicht werden. Ich stelle, lege oder setze mich zwei bis vier Stunden mit einer bestimmten Aktion in die Fußgängerzone und warte ab was passiert. Das Besondere daran ist, dass ich von mir aus keinen anspreche, sondern darauf warte, bis ein Passant mich anspricht und nach meiner Aktion fragt. Er ist also motiviert, von mir etwas zu erfahren. Bei dem, was und wie ich antworte, achte ich darauf, dass ich weitgehend nur die Fragen beantworte, die man mir stellt, und ich mehr zuhöre und nachfrage, als von mir und meinen Erfahrungen zu erzählen.

Im Folgenden eine kleine Auswahl meiner Straßenaktionen. Vielleicht haben Sie in Ihrer Gemeinde ja Leute, die mutig sind, auch Einzelaktionen durchzuführen. Sie können natürlich alle Aktionen auf Ihre örtliche Situation beliebig abändern und neue Aktionen erfinden.

Angeln

Du setzt dich auf einen Schemel in die Fußgängerzone und angelst auf dem Beton (oder Stein), hinter dir ein kleiner Plastikeimer „für die Fische“. Wenn dich jemand nach deinem Geisteszustand fragt, sprichst du mit ihm darüber, wie viele Leute gerade hier in der Fußgängerzone in den verschiedensten Geschäften nach Sinn, Glück und Selbstbewusstsein „angeln”. Da lacht keiner, wenn einer sich durch den Kauf von Markenartikel Selbstbewusstsein einkaufen will. Glück und Sinn kann man nicht kaufen, obwohl alle innerlich in diversen Geschäften danach angeln.

Aktionen für mehrere

Vier Personen stehen nebeneinander, den Passanten zugewandt, und etwa 1/2 Meter vor einer Wand oder Mauer. Jeder hält ein Schild vor sich, auf dem nur ein Wort eines Satzes zu lesen ist. Die 5. Person steht der Wand zugewandt mit dem Rücken zu den Passanten und hält ein Schild auf dem der Text weitergeht. Alle wollen natürlich das Ende des Satzes mitbekommen und wissen, worum es da geht  und müssen ganz nah an die 5. Person rangehen, um den Text fertig zu lesen. Wichtig: Nicht vor ein Schaufenster stellen, da das Glas reflektiert und man dadurch ggf. den Text lesen kann.
Hier ein paar Textmöglichkeiten:
1. Person:  Wenn
2. Person:  Sie
3. Person:  wissen
4. Person:  wollen…   (und wer will das nicht wissen, ich arbeite mit Neugierde)
5. Person: …was es für uns bedeutet, himmlisch begehrt zu sein, dann fragen Sie uns doch mal.

Natürlich ist diese Aktion nicht auf fünf Personen beschränkt. Man kann diese Art „Ansprache” ab zwei Personen aufwärts (bis „unendlich”) durchführen. Hier noch ein paar Satzmöglichkeiten:
– „Wir – sind – eine – Gruppe – von – Menschen – die… …in ihrem Leben erfahren hat, dass Jesus Realität ist.”
– „Wir – sind – eine – Gruppe – von – Menschen – die… …manchmal zweifelnd fragen: Wie wird das alles weitergehen mit unserer Welt, Zukunft und unserem Leben? Wir nehmen die Probleme wahr und haben keine Patentlösung parat und können nur wenig verändern. Wenn Sie wissen wollen, wer unsere Orientierung in der heutigen Orientierungslosigkeit ist, fragen Sie uns!”
– „Schönen – Gruß – vom… …Papa im Himmel”

Baudenkmäler oder Kirchenbesichtigungsobjekte

In vielen Orten gibt es Baudenkmäler oder große, wichtige oder interessante Kirchen, die von vielen Touristen besucht werden. In der Nähe des Eingangs, für alle Touristen sichtbar, stehst du mit folgendem Plakat:

“LIEBE TOURISTEN!“
Ich kann ja verstehen, dass Sie dieses Kulturdenkmal/Baudenkmal besichten möchten. Aber können Sie auch nachvollziehen, dass es noch heute Menschen gibt, für die die Kirche mehr ist als ein Besichtigungsobjekt? Wir brauchen sie als Tankstelle für unseren Alltag. Übrigens – wo tanken Sie eigentlich auf?”

Geschenke erfreuen das Leben

Du bereitest kleine Geschenke vor, z.B. auf eine kleine Ecke (schräg geschnittenen) pastellfarbenem Karton klebst du ein Teelicht, schreibst mit Silber- oder Goldfolienstift einen schönen Spruch, z.B. „Sorgen drücken einen Menschen nieder; ein gutes Wort richtet ihn auf. (aus der Bibel, Sprüche 12,25)” und verschenkst diese an Passanten, die nicht damit rechnen, etwas geschenkt zu bekommen. Du gehst mit einer weiteren Person durch euren Ort und ihr lasst euch inspirieren, wem ihr etwas schenkt. Sucht euch ruhig etwas „außergewöhnliche” Personen heraus, z.B. den Verkäufer in einer Pommes-Bude, den Pförtner am Eingang einer Fabrikhalle, den Bademeister im Hallenbad usw. Auf die Frage, warum ihr etwas verschenkt, könnt ihr sagen „Einfach so, es gibt keinen speziellen Anlass. Wir sind Christen und merken immer wieder, dass Gott uns jeden Tag Freude bereitet. Und wir möchten einen Teil dieser Freude in Form einer kleinen Aufmerksamkeit gerne weitergeben.”

Gott ist nicht oben

Besorge dir im Baumarkt zwei dünne Holzleisten à ca. 1,50 m und verbinde sie zu einer langen 3-Meter-Stange. Oben befestigst du einen kleinen Zettel mit der Aufschrift „Gott ist nicht oben“. Die Schrift sollte so klein geschrieben sein, dass man den Spruch von unten nicht lesen kann. Etwa zwei Meter vor dir stellst du auf eine Kiste ein Fernglas. Jetzt stellst du dich mit der Stange in die Fußgängerzone. Wenn jemand fragt, was oben auf dem Schild steht, sagst du, dass man gerne mit dem Fernglas selber nachschauen kann. Erklärung: Gott ist weder unten noch oben, er ist unabhängig von Raum und Zeit. Gott ist nur da, wo ich ihm erlaube anwesend zu sein, wo ich mich seinem Wirkungskreis, seiner Liebe, aussetze.

Ich bin ein höheres Wesen

Du stellst dich auf eine kleine 3-stufige Trittleiter, hast ein Schild um den Bauch hängen mit der Aufschrift „Ich bin ein höheres Wesen“. Wir werden von klein auf erzogen und beeinflusst, uns nach oben zu orientieren, Karriere zu machen. Wir sind oft überheblich, stolz, den Schwächeren gegenüber höhere Wesen. Gott ist kein höheres Wesen geblieben, sondern er kam die Leiter herunter, hat sich auf eine Stufe mit uns Menschen gestellt, in Jesus wurde er Mensch, diente uns.

Ich bin Gottes Ebenbild

Ich stehe mit einem Schild auf dem groß geschrieben steht “ICH BIN GOTT”. Gleich neben “GOTT” schreibe ich ganz klein weiter “es Ebenbild”, so dass, wenn man alles liest, man lesen kann “Ich bin Gottes Ebenbild”. Natürlich lesen die Leute das oft nur von weitem und können nur lesen “Ich bin Gott”. Alle, die näher kommen und sich beschweren, kannst du auf die Fortsetzung hinweisen. Vielleicht mit zwei Gedanken:
a)   Wie viele Leute stempeln wir ab, weil wir sie von weitem be-/ver-urteilen, wir wissen genau was das für Typen sind, stecken sie in Schubladen…
b)   Geht es uns mit Gott nicht oft genauso, dass wir von weitem, vom Hörensagen, über Dritte uns eine Meinung über Gott bilden, statt ganz nah heranzugehen? Dann würden wir herausbekommen, um welche Inhalte es sich wirklich dreht….

Ich bin zu zweit

Mit einem kleinen Schild „Ich bin zu zweit” stehe ich in der Fußgängerzone. Der Gedanke: Gott ist immer bei mir, ich bin vielleicht manchmal alleine, aber nie einsam, weil Gott an meiner Seite ist. Diese Aktion eignet sich nicht ganz so gut für Frauen, da doch etliche Passanten denken können, dass du schwanger bist und vielleicht Geld möchtest.

Litfaßsäule

Du baust eine kleine Litfasssäule aus nicht zu schwerem Material mit zwei Tragegriffen innen und Gucklöchern. Außen bringst du die Texte und Plakate an, mit denen du werben willst und so läufst du durch die Stadt. Man kann sich auch noch einen tragbaren Kassettenrecorder um den Hals hängen und Musik abspielen lassen.

Luftballons

Du bringst an deine Kleidung so viele Luftballons mit Sicherheitsnadeln an, dass man fast nichts mehr von deinen Kleidungsstücken sehen kann. Je mehr und bunter desto besser. So stehst du in der Fußgängerzone und wartest ab, bis dich jemand fragt, was das soll, warum du da stehst. Das ist dein Einstieg von der Faszination zu reden, die von Luftballons ausgeht und schnell platzt. Viele Faszinationen des Lebens halten nicht das, was sie versprechen. Jesus verspricht nicht mehr als er halten will.

Marionette

In Fußgängerzonen gibt es manchmal kleine Mauern, auf die stellst du dich und „bedienst“ vor/unter dir einen Mitarbeiter, der als Marionette fungiert (er hat Fäden an den Händen und Füßen). Wichtig ist, vorher im „Trockenen“ intern üben, unter kritischer Begutachtung anderer Mitarbeiter, ob das Ganze echt aussieht, wie es wirkt etc. Bei der Vorführung sollte entweder der Marionetten-Führer oder eine weitere 3. Person eine evangelistische Kurzansprache halten z.B. zum Thema „Wir sind keine Marionetten Gottes!”

Schuhputzaktion

Du besorgst dir zwei Stühle und einen Hocker, genügend Lappen, Bürsten und Schuhcreme diverser Farben. Vor deine Putzutensilien stellst du gut sichtbar das Schild „Jesus hat den Leuten die Füße gewaschen, wir putzen Ihnen die Schuhe. Kostenlos!“ Lade Passanten ein, sich auf den Stuhl vor dich zu setzen, und ihren Schuh auf den Hocker zu stellen, der zwischen dir und dem Passanten steht. Das Putzen solltest du zuerst im Familienkreis üben, damit du dich nicht blamierst und es einigermaßen professionell wirkt. Putz die Schuhe gründlich und beende das Putzen nicht zu früh. Zuerst den Staub von den Schuhen bürsten, danach mit einem Lappen die Schuhe mit der entsprechenden Farbcreme eincremen und dann entweder mit einem anderen Lappen oder einer Bürste die Schuhe wienern. Wenn Leute dich ansprechen, warum du das machst, kannst du z.B. darauf hinweisen, dass Jesus unser aller Diener geworden ist und dass Schuheputzen auch so eine Art „Dreckarbeit“ oder, Dienst am „Nächsten“ ist – aber es hat natürlich mehr Symbolcharakter. Es gibt viele Möglichkeiten, sich für andere einzusetzen, Dreckarbeit, die keiner will, zu leisten. Du möchtest gerne anderen Menschen dienen oder helfen, das willst du immer stärker von Jesus lernen. Diese Aktion eignet sich natürlich auch für mehrere Personen.

Tapetenrolle

Schreib doch mal biblische Texte so um, dass man sie nicht gleich als Bibeltexte erkennt und weglegt. Kopier den Text und verteile ihn oder schreib ihn groß auf Tapete, leg diese in der Fußgängerzone auf die Erde. Befestige die Tapete an allen Ecken und Seiten mit Steinen, dass sie vom Wind nicht wegfliegt und achte darauf, dass keiner über den Text gehen muss. Am besten den Text vor eine Wand legen, aber möglichst so, dass viele Passanten den Text erkennen.

„Wenn Sie wissen wollen, wer ich bin, öffnen Sie mein Jackett”
Mit diesem Schild arbeite ich ganz bewusst mit der Neugierde der Passanten. Dieses Schild muss groß und weit sichtbar erkennbar sein. An der Innenseite meines Jacketts habe ich einen kleinen Zettel mit einer Sicherheitsnadel angebracht auf dem stehen könnte „Ein Geliebter Gottes“, oder „Ein Sünder“, oder „Ein Mensch, der bis vor einiger Zeit mit Gott nichts anzufangen wusste, weil er…”  Hier ist es angebracht, auf den Zettel das zu schreiben, was mich bewegt, was ich über mich mitteilen kann/will.

Aktionen für Weihnachten und Advent

Als Nikolaus…
Wie wäre es, wenn Sie als Nikolaus verkleidet mal nicht den Kindern, sondern den Erwachsenen etwas schenken würden? Z.B. eine gut gemachte Spruchkarte zu Weihnachten mit einer Praline, oder ein selbst entworfenes Traktat mit Ihrer Geschichte als Christ. Überschrift: „Wie aus dem Christkind mein Lebensfundament wurde“. Machen Sie sich bewusst, dass man Sie als Nikolaus verkleidet nicht erkennt, das wäre also auch was für die ganz Scheuen und Ängstlichen unter den Christen. Und überhaupt, als Weihnachtsmann verkleidet genießen Sie fast so etwas wie Narrenfreiheit, da könnten Sie doch auch mal in ein Kaufhaus gehen und den Angestellten etwas Nettes überreichen, oder den Aufsichtspersonen im Parkhaus, oder gehen Sie doch mal im Rathaus von Tür zu Tür.

Hier die Rückmeldung einiger, die dies umgesetzt haben: „Wir waren heute im Rathaus in Wiesbaden, verkleidet als Weihnachtsmänner und sind von Zimmer zu Zimmer gegangen. Damit es keine Missverständnisse gibt, haben wir uns im Hauptamt angemeldet. Alle Abteilungsleiter sind informiert worden und fanden die Idee ganz prima. Wir haben gesagt, dass wir von der Paul-Gerhardt-Gemeinde, Kohlheck, kämen (unser Pfarrer hatte nichts dagegen), und dass wir einfach „Dankeschön“ sagen wollen, dass sie das ganze Jahr für die Wiesbadener Bürger da seien. Wir haben ihnen eine goldene Kerze geschenkt und ein Heft über die Bedeutung von Weihnachten. Alle haben sich sehr gefreut. Einer hat direkt ein Jesus Video bestellt.“ PS: Nächstes Jahr geht es in den hessischen Landtag.

Weihnachtsmann- und Nikolaus-Demonstration
Jeder trägt unterschiedliche Schilder mit sich, einige verteilen selbst entworfene Handzettel zum Thema    „Happy Birthday Jesus”, oder Sie stehen z.B. auf dem Weihnachtsmarkt mit verschiedenen Sprüchen einzeln oder auch mit mehreren Personen nebeneinander. Sie könnten auch als Nikolaus verkleidet auf der Straße stehen mit einem Schild in der Hand.

Hier eine kleine Auswahl:
– „Ich habe damit nichts zu tun…!”
– „Jesus hat mir den Knüppel abgenommen”

„Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten. Jesus ist gerade für die Versager da, für die Schwachen, für die Schuldigen. Sie bekommen von Gott nicht eins mit dem Knüppel rübergezogen, sie werden nicht mit der Rute traktiert, sondern er bietet uns seine Hilfe der Vergebung an, er holt Geduld, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Liebe aus dem Sack…“

– „Übrigens, falls es Ihnen in der ganzen Weihnachtshektik entfallen sein sollte, es ging um Jesus…”
– „Weihnachten ist vorbei, was spielen wir jetzt?”
– „Alle feiern Weihnachten, weil alle Weihnachten feiern”
– “Happy Birthday, Jesus”
– „Warum feiern sie eigentlich den Geburtstag Jesu so aufwändig, sie nehmen ihn doch sonst nicht so ernst?”

E-fun-gelisation
Arno Backhaus
Hauptstr. 13
34379 Calden (bei Kassel)
Email: bauchladen@arno-backhaus.de
Internet: www.arno-backhaus.de